Wirtschaft- und Korruptionsstaatsanwaltschaft ermittelt gegen Kasic

Im März des letzten Jahres haben einige unserer Mitglieder eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft gegen die Wirtschaftskammer Steiermark eingebracht.

Im Wesentlichen hatten wir Zweifel, dass der von der Wirtschaftskammer zur Grundumlage eingehobene Zuschlag zweckmäßig verwendet wurde. Dieser Zuschlag wurde von den Mitgliedern der Automatenwirtschaft über einige Jahre hinweg zur Finanzierung der "Helpline", einer Anlaufstelle für Spielsüchtige eingehoben.

Da uns keine Auskunft über die Verwendung dieser Zuschlagsabgabe erteilt wurde, kamen uns Zweifel. Außerdem kam uns zu Ohren, dass einigen Mitgliedern Nachlässe im Großen Stil gewährt worden seien.

Aufgrund unserer Sachverhaltsdarstellung ließ die Wirtschaftskammer die Verwendung der Zulage von einem internen Kontrollausschuss prüfen. Dieser gab zwar Aufschluss, was mit dem Zuschlag gemacht wurde, nicht jedoch, ob tatsächlich unbegründete Nachlässe an vereinzelte Mitglieder gewährt worden waren.

Zum maßgeblichen Zeitpunkt war Dr. Wolfgang Kasic als Obmann der Freizeit- und Sportbetriebe für die Nachlassgewährung zuständig. Er war auch politisch aktiv und leitete den Unterausschuss für das Kleine Glücksspiel im Landtag. Im Jahr 2011 trat er zurück, nachdem medial der Verdacht der versteckten Politiker-Finanzierung hervorgekommen war - in der Gratiszeitung "BezirksRevue", die Kasics Werbeagentur WOKA herausbrachte, erschien seit August 2007 in jeder Ausgabe ein ganzseitiges Novomatic-Inserat, insgesamt 45 Inserate. Dies entsprach einem Gegenwert von € 78.000,00.

 

Die Wirtschafts- und Korruptionsanwaltschaft ermittelt nun seit über einem Jahr gegen Kasic wegen des Verdachts der Bestechlichkeit und versucht die Frage zu klären, ob es ungerechtfertigte Nachlassgewährungen vor allem an Novomatic-Unternehmen gegeben hat und ob es einen Zusammenhang zwischen den Vorteilen, die Dr. Kasic aus den Inserateinnahmen erhalten hat und den Vorteilen, die Novomatic aus allenfalls gewährten Nachlässen an Grundumlage / Zuschlag zur Grundumlage erhalten hat, bestanden hat.

 

Für alle Beteiligten gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung!

 

 

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