Silbersteins Kontakte in die Glücksspiel-Branche

Die Medien berichten aktuell, dass der mittlerweile ex-SPÖ-Wahlkampf-Guru Tal Silberstein in Israel festgenommen wurde. Wegen des Verdachts der Geldwäsche, Korruption, Bestechung.

 

Tal Silberstein ist auch in der Glücksspielbranche nicht unbekannt. Silberstein stand laut Profil (siehe weiterführender Link unten) in den Jahren 2014 und 2015 in Verhandlungen mit der Casino Austria Gruppe. Ziel war es, die maltesische Novia Invest in das österreichische Glücksspielgeschäft einzuführen. Die Glücksspiellizenz der Lotterien, soweit sich diese auf den Betrieb von VLTs bezog, sollte „gemeinsam zu bewirtschaften“ werden.

 

VLTs sehen aus wie klassische Slot-Maschinen mit dem einzigen Unterschied, dass die Entscheidung über Gewinn und Verlust nicht in der Maschine selbst, sondern in einem zentralen Server getroffen wird. VLTs dürfen in Österreich nur von den Lotterien betrieben werden, da nur sie über die dafür erforderliche online Lizenz verfügen. Theoretisch könnten bis zu 5000 VLTs in Österreich betrieben werden und zwar auch in Ländern, in denen das Automatenspiel verboten ist, tatsächlich sind es aber deutlich weniger (rund 800). Das Geschäft läuft nicht so gut, wie es laufen könnte. Vom Gesamtumsatz der Casinos-Gruppe von 3.084 Millionen Euro im Jahr 2015 machten die WinWin-Outlets gerade einmal 451 Millionen Euro.

 

Gerade hier wollte die Novia-Gruppe ansetzen: Laut eigenen Angaben verfüge sie über spezielles Know-how und über ein Netzwerk von, zum Teil, externen Experten im Bereich VLT-Gaming. Nach Analyse des österreichischen Marktes war die Novia überzeugt, VLT Gaming höchst gewinnbringend in Österreich organisieren zu können. Das geplante Business-Modell: Die Novia-Gruppe investiert in den Ausbau der VLT-Standorte und managt diese, die Lotterien bekommen dafür einen prozentuellen Anteil vom Netto-Spielertrag. Doch daraus wurde nichts. Im April 2015 brachen die Casinos die Verhandlungen ein für alle Mal ab. Es folgte eine Klage Silbersteins, mit der er seinen „Vertrauensschaden“, also seine frustrierten Aufwendungen im Zusammenhang mit den gescheiterten Verhandlungen (rund 800.000,00 Euro) geltend machte.

 

 

In der Novia Fond Management Limited in Malta fungierte als nicht-geschäftsführender Direktor Altkanzler Gusenbauer. Laut Standard war er auch als Aufsichtsrat eingetragen. Er und der weitere Aufsichtsrat und Raiffeisen-Banker Herbert Stepic seien von früheren Admiral Sportwetten Managern dazu gebeten worden. Gusenbauer berät bekanntlich auch die Novomatic. Den Kontakt zu Stepic wiederum verdankte Silberstein seinem Partner Rudolf Binder, der einst mit Novomatic zusammenarbeitete. Im Management des auf Glücksspiel spezialisierten Investmentfonds (so die Presse) seien auch zwei ehemalige Novomatic-Manager gesessen.

 

Inhalte entstammen folgenden Quellen:

 

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