Post vom Rechtsanwalt

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Wir haben schon wieder Post vom Rechtsanwalt der Omnia Online Medien GmbH und von Hr. Prof. Gert Schmidt bekommen. Da wird uns nicht nur unterstellt, den Leserbrief "Der gläserne Spieler" selbst geschrieben zu haben, sondern auch, dass wir unsere Leser über dieses Thema falsch informiert hätten.

Leserbriefe sind heute Bestandteil fast jeder Berichterstattung und geben die Meinung der Leser wieder. Auch der Standard hat ein Leserbriefforum und was da so alles über "Höchstgericht kippt Novomatic-Konzession in Niederösterreich" von Lesern geschrieben wurde, hat sogar uns nachdenklich gemacht.

http://derstandard.at/2000038093912/Hoechstgericht-kippt-Novomatic-Konzession-in-Niederoesterreich

In unserem Artikel "Gläserner Spieler" haben wir Hr. Prof. Gert Schmidt zitiert, der genau diese Aussage bei einem Gerichtsprozess in Graz getätigt hat.

Ständig betont die Fa. Omnia auf Spiele-Info, dass der Spieler in den neuen konzessionierten Spielstätten anonym sei. Anonymität wird auf Wikipedia wie folgt beschrieben: Anonymität bedeutet, dass eine Person oder eine Gruppe nicht identifiziert werden kann. Mit der Spielerkarte werden aber alle Daten des Spielers gesammelt und gespeichert (Name, Höhe der Einsätze, Gewinn, Verlust, Spieldauer, Häufigkeit der Besuche). Auf diesen Vorgang trifft der Begriff der Anonymität schon nicht mehr zu, da die Person davor mit einem Ausweis identifiziert wurde.

Die Firmen verweisen jetzt auf das Spielgeheimnis.

Die Verpflichtung des Spielgeheimnisses besteht aber nicht:

1.) in Verfahren in ordentlichen Gerichten

2.) gegenüber Abgaben und Finanzbehörden für Zwecke von Abgabenverfahren, verwaltungsbehördlichen Finanzstrafverfahren und gegenüber Verwaltungsgerichten.

In einem erst kürzlich im Profil erschienenen Interview mit Hr. Neumann, Vorstandsvorsitzender der Fa. Novomatic, hören wir auch andere Töne. Auf die Frage, warum Spieler auf Grund ihrer Spielsucht bei Novomatic hunderttausende Euro verloren hätten und jetzt das Geld über Gericht zurückfordern, antwortet Hr. Neumann unter anderem: "Das Glücksspiel war damals anonym. Heute ist das völlig anders. Wir haben ein engmaschiges Informationsnetz, um auffälliges Spielverhalten bereits im Ansatz zu erkennen." Angesprochen darauf, gerade mit der Spielsucht der Menschen viel Geld zu verdienen, weist Hr. Neumann auf Studien hin, dass über 99% der Menschen kein Problem mit der Spielsucht haben.

Das würde ja bedeuten, es werden von 100% der Menschen alle Daten gesammelt, um 1% zu schützen!

Wir bleiben bei unserer Einschätzung, das hat mit "Anonymität" nichts zu tun!

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