Neuer Casinos-Chef will mehr Spielautomaten aufstellen

Laut einem im Standard veröffentlichten Interview will der neue Casinos-Chef mehr VLTs aufstellen.

Damit wird die Befürchtung wahr, dass nach einem Einstieg der Novomatic bei den Casinos die landesrechtlichen Vorschriften, wonach Glücksspielautomaten nur in einer begrentzen Anzahl betrieben werden dürfen (in der Steiermark wurden im ersten Quartal 2017 1.016 Automaten betrieben), durch den Betrieb von VLTs unterlaufen werden.

VLTs (Video-Lottery-Terminals) gleichen Glücksspielautomaten aufs Haar. Der einzige Unterschied besteht darin, dass die Entscheidung über Gewinn oder Verlust nicht im Autoamten selbst, sondern in einem zentralen Server erfolgt. Der Spieler bemerkt diesen Unterschied jedoch nicht.

VLTs dürfen in sogenannten VLT-Outlets über die Lotterien-Konzession betrieben werden und zwar - da es sich um eine Bundeskonzession handelt - auch in solchen Bundesländern, in denen Glücksspiel verboten ist!

Die EU fordert für ein Monopol "Kohärenz", was laut Duden soviel bedeutet wie "Struktur" oder "Zusammenhang". Die nationalen Monopolregeln müssen daher in kohärenter und systematischer Weise dazu beitragen, dass die Gelegenheit zum Spiel und die damit verbundene Kriminalität verringert wird.

 

Schaut man sich allein die österreichischen Bestimmungen für Glücksspielautomaten an (und lässt die übrigen Spielvarianten weg), so kann von einer kohärenten und systematischen Ausgestaltung keine Rede sein:

Sie dürfen über eine Bundeskonzession, dh in den Casinos, in den VLT-Outlets und mittels einer landesrechtlichen Bewilligung betrieben werden. Für alle drei Konzessionsarten sind die Voraussetzungen (was Anzahl der Geräte und technischer Spielerschutz betrifft) unterschiedlich geregelt. Warum Glücksspielautomaten in Casinos anders geregelt sind als solche, die über eine landesrechtliche Bewilligung betrieben werden dürfen, warum VLTs auch in solchen Länder betrieben werden dürfen, in denen das "Kleine Glücksspiel" verboten ist, warum VLTs neben den landesrechtlich bewilligten Glücksspielautomaten betrieben werden dürfen, ist sachlich nicht nachvollziehbar. Kohärent ist diese Regelung jedenfalls nicht.

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