Gericht stellt jahrelangen Gesetzesbruch durch Novomatic fest

Urteil Sochowsky – Novomatic legt Gesetze zu ihren Gunsten auf Kosten der Spieler aus:

 

Das Landesgericht für Zivilrechtssachen Wien verurteile die Austrian Gaming Industries GmbH (100 %ige Tochter der Novomatic AG, die nun in jedem Erlaubnisland eine Bewilligung für Landesausspielungen erhalten hat) mit Urteil vom 28.09.2015 zu GZ 27 Cg 60/13 f (Entscheidung nicht rechtskräftig), € 107.402,00 an Spielverlusten zu bezahlen.

Das Gericht begründete seine Entscheidung damit, dass die Beurteilung der Gesetzmäßigkeit der Apparate aus Spielersicht zu erfolgen habe. Demnach sei es möglich, durch das dem Walzenspiel vorgelagterte „Würfelspiel“ den Einsatz signifikant über € 0,50 zu steigern. Die Argumentation der Beklagten, es gäbe lediglich Einsätze in der Höhe von € 0,50, da für jedes einzelne Würfelspiel nur € 0,50 abgebucht würden, offenbare, dass die Beklagte die Wahrnehmung der Spielabläufe durch die Spieler zwar sehr gut einzuschätzen vermag, wenn es darum gehe, ansprechende Spiel zu gestalten, sie (die Spielersicht) aber vollkommen außer Acht lässt, wenn es darum geht, die Gesetzeskonformität der angebotenen Spiele zu argumentieren.

Abgesehen von der Erhöhung des Einsatzes über das Würfelspiel würden dem Spieler über die in den Spielplänen neben dem vermeintlichen Höchstgewinn von € 20,00 Action Games angeboten, womit erhebliche und € 20,00 übersteigende Gewinne in Aussicht gestellt würden. In ihrer Beweiswürdigung führte das Gericht aus, selbst der Zeuge Legat (Leiter der Novomatic-Rechtsabteilung) habe ausgeführt, man könne Action Games „gewinnen“, auch wenn er sich gleich darauf korrigierte und klarzustellen versuchte, man könne € 20,00 gewinnen und Action Games „angeboten bekommen“; laut Ansicht des Gerichts sei dies eine künstliche Unterscheidung, die für die Spielersicht irrelevant sein muss.

Künstliche Differenzierungen dieser Art hätten sich durch die gesamte Verantwortung der Beklagten gezogen und hätten den Eindruck vermittelt, dass die Beklagte mit Akribie darauf bedacht seien, aus Spieler- und Anwendersicht Offenkundiges „wegzudiskutieren“, indem sie den Fokus auf vermeintlich wesentliche technische Konstruktionen oder theoretische Erwägungen richte, die freilich mit der (einzig wesentlichen) Wahrnehmung durch den Anwender des Spiels nichts zu tun hätten.

 

            Das Urteil zeigt, dass Novomatic die Spiele über Jahr hinweg so gestaltet hat, dass die Einsatz- und Gewinngrenzen um ein Vielfaches überschritten werden. Auf diese Weise konnte sie ihre Gewinne – zu Lasten der Spieler – massiv erhöhen.

 

 

 

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