Ab jetzt können Sie alles verlieren!

Spielerschutz "PUR" am Beispiel von Kärnten !!

Das neue Glücksspielgesetz wurde, wenn man den Medienberichten glauben darf, in erster Linie zum Schutz der Spieler geändert. Durch das neue Gesetz mussten  viele Lokale zusperren, viele Unternehmen wurden wertlos, viele Arbeitsplätze gingen verloren, aber dafür soll das neue Gesetz jetzt den Spieler schützen.

Wie sich das neue Gesetz in Kärnten auswirkt, haben wir von "Glücksspielinfo" genauer betrachtet  und kamen aus dem Staunen nicht heraus:

In Kärnten konnte man bis Ende 2014 nur maximal € 360,00 in der Stunde verspielen. Ein Spiel musste 5 Sekunden dauern, 50c war der Höchsteinsatz und nur mit gewonnenem Geld konnte man höhere Einsätze tätigen. Das war wirksam und schützte den Spieler vor Verlusten.

Heute kann ein Spieler in Kärnten und auch in den anderen Bundesländern in nur einer Stunde € 36.000,00 einsetzen und in zwei Stunden, denn erst danach schaltet sich der Automat für eine Abkühlphase ab, ganze € 72.000,00.

Wir von "Glücksspielinfo" sind nach Kärnten gefahren, haben den neuen Spielerschutz getestet und eine Frau in einen Spielautomatensalon begleitet. Sie hat sich eine Spielerkarte ausstellen lassen und danach im Zeitraum von nur 7 Minuten und 30 Sekunden einen Betrag von € 1.000,00 verspielt! Unsere Testperson, eine alleinerziehende Mutter hatte damit ihr monatliches Einkommen verspielt. Sie wurde aber von keinem Mitarbeiter angesprochen oder gar geschützt. Nach dem alten Gesetz hätte diese Spielerin in dieser Zeit, wenn sie keinen einzigen Gewinn erzielt hätte, nur maximal € 45,00 verlieren können.

Die Spiellokale sind so ausgestattet, dass der Spieler jegliches Gefühl für Zeit und Raum verliert. In einem Raum, der komplett von Tageslicht abgedunkelt wird,  meistens ohne Uhr, umgeben von künstlichen Licht- und Toneinflüssen, die stimulierend wirken, wird der Spieler in eine Scheinwelt verfrachtet. Der Gesetzgeber wirkt dem nicht entgegen, sondern fördert diesen Realitätsverlust: So ist im Steirischen Gesetz vorgeschrieben, dass man von außen nicht in diese Räume sehen darf (§10 Abs. 2Z2).  

Wie diese Bestimmung mit Spielerschutz in Einklang zu bringen ist, ist fraglich.

Haben auch Sie bereits Erfahrungen mit den neuen "spielerschützenden Bestimmungen" gemacht? Hat auch bei Ihnen der Spielstättenbetreiber zugesehen, wie Sie Ihr monatliches Einkommen in Windeseile verspielt haben? Dann schreiben Sie uns! Wir nehmen Ihre Anliegen ernst!



 

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